Die Wahl einer Zahnpasta mag einfach erscheinen, hat jedoch große Auswirkungen auf Ihre Mundgesundheit. Eine gut gewählte Zahnpasta hilft, Plaque effektiv zu entfernen, schützt vor Karies und unterstützt die Gesundheit des Zahnfleisches. Im Handel sind Dutzende Pastenarten erhältlich, die sich in Zusammensetzung, Zweck und Zusatzstoffen unterscheiden. Wie wählt man das Richtige aus und worauf muss man achten?
Art der Zahnpasta und die Bedürfnisse der Mundhöhle
Das Wichtigste bei der Wahl der Zahnpasta ist, dass sie auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist. Nicht jede Zahnpasta ist für jeden geeignet. Menschen mit empfindlichen Zähnen sollten Zahnpasten verwenden, die die Überempfindlichkeit lindern und Kaliumnitrat oder Strontiumchlorid enthalten. Diese Inhaltsstoffe wirken direkt auf die Nerven in den Zähnen und reduzieren das Schmerzempfinden bei Kälte- oder Wärmeeinwirkung.
Für Menschen mit Kariesrisiko ist eine Zahnpasta mit Fluorid die beste Wahl, da sie den Zahnschmelz stärkt und die Remineralisierung der Zähne unterstützt. Die Mindestmenge an Fluorid beträgt 1000 ppm (für Kinder) und 1450 ppm (für Erwachsene). Menschen mit Zahnfleischbluten sollten Zahnpasten mit antibakteriellen Zusätzen wie Chlorhexidin, Triclosan oder Teebaumöl wählen. Sie tragen dazu bei, das Wachstum von Bakterien und Entzündungen zu reduzieren.
Träger von Zahnspangen oder Implantaten sollten spezielle Zahnpasten ohne starke Schleifmittel verwenden. Wichtig sind in solchen Fällen sanfte Reinigungsmittel und das Vorhandensein von Inhaltsstoffen, die der Plaquebildung vorbeugen. Außerdem lohnt es sich, Zahnpasten mit Xylitol zu wählen, das antibakterielle Eigenschaften hat und die Speichelproduktion fördert.
Zusammensetzung der Zahnpasta – worauf achten?
Durch das Lesen der Zahnpasta-Etiketten verstehen Sie deren Wirkungsweise besser. Fluorid ist ein Grundbestandteil zum Schutz vor Karies, aber nicht der einzige wichtige Bestandteil. Zahnpasten können verschiedene Arten von Schleifmitteln enthalten, die der mechanischen Entfernung von Plaque dienen. Für Menschen mit empfindlichem Zahnschmelz sind Zahnpasten mit einem niedrigen Abrasionsindex (RDA unter 70) besser geeignet.
Es lohnt sich, Zahnpasten mit SLS (Natriumlaurylsulfat) zu meiden, da dieses zwar für die Schaumbildung der Zahnpasta verantwortlich ist, aber die Mundschleimhaut reizen kann. Besonders Menschen mit Aphten oder Überempfindlichkeit sollten Zahnpasten ohne diesen Inhaltsstoff wählen. Gute Zahnpasten enthalten oft heilungsfördernde Substanzen wie Allantoin oder Panthenol.
Immer mehr Zahnpasten enthalten natürliche Pflanzenextrakte, ätherische Öle und Enzyme, die die Mundflora unterstützen. Beispiele hierfür sind Zahnpasten mit Zusätzen von Kamille, Salbei, Nelken oder Pfefferminze. Diese Inhaltsstoffe haben antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass eine natürliche Zusammensetzung nicht immer auch eine bessere Wirksamkeit bedeutet – entscheidend sind die individuellen Bedürfnisse des Anwenders.
Zahnweiß-Zahnpasten – Wirksamkeit und Sicherheit
Zahnweiß-Zahnpasten erfreuen sich großer Beliebtheit, ihre Wirkung kann jedoch umstritten sein. Die meisten davon verändern nicht die Farbe Ihrer Zähne, sie entfernen lediglich oberflächliche Ablagerungen. Sie funktionieren durch die Verwendung feiner Schleifmittel oder chemischer Zusätze wie Wasserstoffperoxid oder Backpulver. Die Wirksamkeit hängt von der regelmäßigen Anwendung und der Art der Verfärbung ab.
Die regelmäßige Verwendung von aufhellender Zahnpasta kann zu einer Abnutzung des Zahnschmelzes führen, insbesondere wenn sie einen hohen RDA-Faktor hat. Personen mit dünnem Zahnschmelz oder Zahnüberempfindlichkeit sollten die Anwendung solcher Pasten einschränken oder sie abwechselnd mit einer Schutzpaste verwenden. Es lohnt sich außerdem, Produkte mit einem Sicherheitszertifikat und Empfehlungen von Zahnärzten zu wählen.
Einige Zahnweiß-Zahnpasten enthalten zusätzliche beruhigende Inhaltsstoffe wie Kalzium- oder Fluoridverbindungen, die mögliche Nebenwirkungen minimieren. Allerdings werden die Effekte einer Zahnaufhellung zu Hause nie so langanhaltend und sichtbar sein wie die Effekte einer professionellen Zahnaufhellung beim Zahnarzt. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Whitening-Zahnpasta als ein Element zu betrachten, das die Hygiene unterstützt, und nicht als Ersatz für eine Behandlung.
Kinderzahnpasta – was ist der Unterschied zur Erwachsenenzahnpasta?
Kinderzahnpasten unterscheiden sich in Zusammensetzung und Fluoridkonzentration von Zahnpasten für Erwachsene. Für die Kleinsten (bis 6 Jahre) sind Zahnpasten mit einer geringeren Fluoridkonzentration, also um die 1000 ppm, empfehlenswert. Die Dosierung sollte von den Eltern kontrolliert werden – eine Menge Paste in der Größe eines Reiskorns oder einer Erbse ist ausreichend.
Kinderzahnpasten haben zudem einen milderen Geschmack, meist fruchtig oder leicht minzig, der Kinder zum regelmäßigen Zähneputzen animieren soll. Sie enthalten keine starken Schaumbildner und die Schleifmittelbestandteile sind so gewählt, dass der Milchschmelz nicht beschädigt wird. Kinderzahnpasten können außerdem Farbstoffe und Süßstoffe (z. B. Xylitol) enthalten, die die Attraktivität erhöhen, aber unbedenklich sind.
Eltern sollten darauf achten, dass ihr Kind die Zahnpasta nicht verschluckt. Zu viel Fluorid kann in jungen Jahren zu Fluorose führen, einer dauerhaften Schädigung des Zahnschmelzes. Es lohnt sich auch, Zahnpasten mit Zertifikaten und Altersangaben zu wählen, die den aktuellen Empfehlungen der Zahnärztevereinigung oder der WHO entsprechen.
Lohnt es sich, spezielle und natürliche Zahnpasten zu verwenden?
Für Menschen mit bestimmten Mundproblemen – Überempfindlichkeit, Zahnfleischerkrankungen, Zahnstein oder Mundgeruch – werden spezielle Zahnpasten empfohlen. Ihre Wirkung basiert auf Wirkstoffen, die für die Behandlung oder Vorbeugung eines bestimmten Problems verantwortlich sind. So enthalten beispielsweise Parodontose-Zahnpasten entzündungshemmende Extrakte wie Salbei, Thymian oder Myrrhe.
Natürliche Zahnpasten erfreuen sich bei Menschen, die Chemikalien meiden und nach ökologischen Produkten suchen, zunehmender Beliebtheit. Sie enthalten kein SLS, keine Parabene, keine künstlichen Farbstoffe oder Konservierungsmittel. Sie basieren auf ätherischen Ölen, Aktivkohle, Tonerden und Kräuterextrakten. Allerdings ist ihre Wirksamkeit, insbesondere im Hinblick auf die Kariesprophylaxe, teilweise geringer als die von Fluoridzahnpasten.
Wer sich für natürliche Zahnpasta entscheidet, sollte bedenken, dass nicht alle Produkte dieser Art eine nachgewiesene klinische Wirksamkeit aufweisen. Es lohnt sich, Zahnpasten zu wählen, die über dermatologische und zahnmedizinische Zertifikate verfügen. Bei Zahnfleischproblemen, Überempfindlichkeit oder Karies sollten Sie besser einen Zahnarzt aufsuchen, bevor Sie ganz auf herkömmliche Zahnpasten verzichten.
Welche Zahnpasta ist die beste für Sie?
Die Wahl der besten Zahnpasta hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen, dem Zustand Ihrer Mundhöhle und möglichen gesundheitlichen Problemen ab. Eine Universalzahnpasta gibt es nicht – wichtig ist, dass ihre Zusammensetzung zum jeweiligen Anwender passt. Gesunde Menschen können klassische Fluoridzahnpasten verwenden, Problempatienten sollten auf spezielle Zahnpasten zurückgreifen und Kinder sollten auf eine ihrem Alter angepasste Zahnpaste zurückgreifen.
Der Schlüssel zu einer effektiven Mundhygiene liegt in der Regelmäßigkeit und der richtigen Zahnputztechnik, nicht in der Zahnpastamarke selbst. Auch die beste Zahnpasta ist wirkungslos, wenn sie nicht täglich und entsprechend den Empfehlungen verwendet wird. Es lohnt sich daher, bei der Auswahl der Zahnpasta etwas Zeit zu investieren und im Zweifelsfall Ihren Zahnarzt zu konsultieren.
Zahnpasta ist ein grundlegender Bestandteil der Zahnvorsorge. Die Wahl des richtigen Produkts kann einen echten Einfluss auf die Gesundheit Ihrer Zähne, Ihres Zahnfleisches und die Frische Ihres Atems haben. Indem Sie eine Zahnpasta wählen, die Ihren Bedürfnissen entspricht, investieren Sie nicht nur in den Komfort im Alltag, sondern auch in die langfristige Mundgesundheit.
Emma Baumgart
